Schellack, Gustav Herbert

Gustav Herbert Schellack
* 05.08.1917 in Mengerschied
† 07.08.2006 in Mengerschied
Vater: Herbert Paul Hermann Schellack
Mutter: Amalia, geb. Walber

Biografie

Gustav Schellack wurde am 5. August 1917 in Mengerschied geboren. Dort besuchte er von 1923 bis 1927 die Volksschule und wechselte anschließend zum Simmerner Gymnasium, wo er 1936 sein Abiturzeugnis erhielt. Nach einer etwa sechsmonatigen Tätigkeit beim Reichsarbeitsdienst studierte Schellack von Oktober 1936 bis September 1938 an der Hochschule für Lehrerbildung in Dortmund. Im September 1938 absolvierte er die Erste Lehrerprüfung für das Lehramt an Volksschulen und begann seine berufliche Tätigkeit am 1. November 1938 an der Volksschule Heinzenbach, wurde jedoch schon eine Woche später zur Wehrmacht einberufen. Dem Wehrdienst in Königsberg/Ostpreußen folgte der Kriegseinsatz in Polen, Frankreich, auf dem Balkan und in Russland.

Nach Kriegszeit und russischer Kriegsgefangenschaft kehrte Schellack im August 1948 über die Lager Bretzenheim und Kreuznach nach Hause zurück. Am 1. November 1948 übernahm er die Schulleitung der Volksschule Mengerschied.

Am 28. Mai 1949 fand die Eheschließung mit Waltraud Maurer (1930-2019) statt. Aus der Ehe gingen drei Kinder (Fritz, Gerlinde und Friederike) hervor.

In seiner Heimatgemeinde übernahm Gustav Schellack in der Folge zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten. Zu nennen wären hier etwa der Vorsitz des Sportvereins (1949/50), die Leitung der Gemeindebücherei (1950-1969) oder die Dirigententätigkeit beim MGV 1907 Mengerschied e.V. (1952-1984).

1951 fand die Zweite Lehrerprüfung statt. Seit August 1967 war Gustav Schellack Hauptlehrer der dreiklassigen Simultanschule Mengerschied und seit August 1968 Rektor und Schulleiter der 14-klassigen Grund- und Hauptschule (Mittelpunktschule) Gemünden. Nach Auflösung der Hauptschule war er vom 1. August 1972 bis zu seiner Pensionierung am 1. Februar 1980 Leiter der Grundschule Gemünden.

Seit Mitte der 1950er Jahre wandte sich Gustav Schellack noch stärker als früher der Hunsrücker Heimatgeschichte zu, mit der er sich schon in seinen wissenschaftlichen Prüfungsarbeiten beschäftigt hatte. Auf Tausenden von Dias hielt er den Hunsrücker Alltag im Bild fest. Von 1954 an veröffentlichte er zahlreiche Beiträge im Hunsrücker Heimatkalender (heute Rhein-Hunsrück-Kalender) und vielen anderen, meist historischen Zeitschriften, wurde 1958 sofort Vorstandsmitglied im wieder erstandenen Hunsrücker Geschichtsverein, übernahm 1961 die verantwortliche Schriftleitung der Hunsrücker Heimatblätter und 1963 den 1. Vorsitz des Vereins, den er über 29 Jahre lang bis 1992 inne hatte. So wurde der Hunsrücker Geschichtsverein, dessen Geschäftsstelle er bis zu seinem Tod betreute, zu einem wichtigen Teil seines Lebens, wenn nicht zu seinem Lebensinhalt. Erst im Jahre 2003, nach 42 Jahren Schriftleitertätigkeit, gab er altersbedingt die Schriftleitung der Heimatblätter, denen er sich besonders verbunden fühlte, in jüngere Hände.

Die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Gustav Schellack im heimatgeschichtlichen und kirchlichen Umfeld ausgeübt hat (nur beispielhaft seien genannt: das Amt des Archivpflegers des Kirchenkreises Simmern, später Simmern-Trarbach, von 1968 bis 2000, die Tätigkeit als berufenes Mitglied der Kreissynode von 1970 bis 1992 und das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte des Nahe-Hunsrück-Raumes von 1968 bis 1987), und seine umfangreiche Vortragstätigkeit wurden mit der Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz, der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Mengerschied geehrt.

Anlässlich des 100jährigen Vereinsjubiläums wurde Gustav Schellack die Ehrenmitgliedschaft des Hunsrücker Geschichtsvereins verliehen.

In den letzten Jahren seines Lebens hatte Gustav Schellack mit einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes zu kämpfen. Trotzdem blieb er bis zum Ende optimistisch und lebensbejahend. Er starb zwei Tage nach seinem 89. Geburtstag.

Quellen / Literatur

  • Unsere ständigen Mitarbeiter – Rektor Gustav Schellack, in: Jahrbuch des Hunsrückvereins 1972, S. 32.
  • Achim R. Baumgarten, Heimatforscher Gustav Schellack gestorben, in: Hunsrücker Heimatblätter 131 (2006), S. 531f.
  • Ders., Heimatforscher Gustav Schellack gestorben, in: Rhein-Hunsrück-Kalender 2007, S. 69f.
  • Hermann Brucker, Gustav Schellack zum 70. Geburtstag, in: Hunsrücker Heimatblätter 72 (1987), S. 73.
  • Werner Dupuis, Heimatforscher Gustav Schellack ist tot, in: Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 8. August 2006.
  • Werner Vogt, Rektor i.R. Gustav Schellack 70 Jahre alt, in: Landeskundliche Vierteljahrsblätter 33 (1987), S.129f.
  • Willi Wagner, Gustav Schellack zum 60. Geburtstag, in: Hunsrücker Heimatblätter 40 (1977), S. 369-373.

Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 175 | Stand: 9/2020