
† 24.04.1886 in Daun
Vater: Ägidius („Gilles“) Becker (Friedensrichter)
Mutter: Maria, geb. Palland
Biografie
Christoph Becker, Sohn des Friedensrichters Ägidius Becker und der Maria geb. Palland, studierte nach bestandenem Abitur am Trierer Gymnasium im Jahre 1834 die Rechtswissenschaften, zunächst von 1834 bis 1836 in Bonn und danach von 1836 bis 1838 in Berlin. Dem Vorbereitungsdienst schloss sich 1846 eine Tätigkeit als Assessor am Landgericht Trier an. Schon in dieser Zeit betätigte sich Becker politisch und wurde den Gemäßigten in der Trierer „Justizpartei“ zugerechnet.
Im Mai 1848 wurde Christoph Becker in der Eifel als Kandidat für die beiden Nationalversammlungen in Berlin und in Frankfurt aufgestellt, wobei er für die Preußische Nationalversammlung als Stellvertreter und für die Frankfurter Nationalversammlung als Abgeordneter des Wahlkreises I der Rheinprovinz gewählt wurde. In Frankfurt schloss er sich der linksliberalen Fraktion („Württemberger Hof“) an. Mit dieser stimmte er der vorgelegten Reichsverfassung und dem Erbkaisertum für die Hohenzollern zu.
Den Abberufungsbefehl aus Berlin für die Abgeordneten lehnte er ab. Als die Gruppe der zum Erbkaisertum stehenden ihr „Gothaer Programm“ vorlegten, verweigerte er seine Zustimmung.
Wegen seiner politischen Haltung hatte Becker lange berufliche Nachteile zu erdulden; zehn Jahre lang wurde er nicht befördert. Von 1851 bis 1858 war er als Assessor in Elberfeld und Köln aktiv. Danach wirkte er bis 1859 als Friedensrichter in Elberfeld, worauf zwei Jahre als Landgerichtsrat in Köln folgten. 1861 wechselte er als Instruktionsrichter nach Simmern.
In Simmern wandte er sich erneut der Politik zu, von der er sich nach der gescheiterten 1848er Revolution ferngehalten hatte. Zwischen 1862 und 1866 zog er für die VII. und die VIII. Legislaturperiode als Abgeordneter für den Wahlkreis Simmern-Zell-Kreuznach ins Preußische Abgeordnetenhaus ein, wo er als Altliberaler der Fraktion des linken Zentrums angehörte. Später wechselte er als Richter nach Koblenz und wurde 1871 Präsident des Landgerichts Düsseldorf.
Christoph Becker starb am 24. April 1886 in seiner Geburtsstadt Daun.
Quellen / Literatur
- Heinz-Günther Böse, Becker, Christoph, in: Trierer Biographisches Lexikon, Koblenz 2000, S. 20.
- Horst Conrad und Bernd Haunfelder (Bearb.), Preussische Parlamentarier. Ein Photoalbum 1859-1867, Düsseldorf o.J., S. 40.
- Acte de Naissance No. 46 vom 16.06.1814 (Standesamt Daun).
- Internet: Rheinland-Pfälzische Personendatenbank.
Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 178 | Stand: 5/2021
