Buch, Ritter von

Ritter von Buch, Hunsrücker Rittergeschlecht

Die Ritter von Buch

Wie selten bei einer Ritterfamilie, ist bei den Rittern von Buch der Aufstieg aus dem Stand der unfreien Bauern und Dienstmannen zum Niederadel zeitlich genau fixierbar: Wird der erste Vertreter dieses Rittergeschlechts, Werner von Buch, 1235 noch als „servus“, als Dienstmann, bezeichnet, so erscheint er in einer Urkunde vom 2. Oktober 1236 erstmals als „miles“, Ritter. Diese Bezeichnung korrespondiert mit dem in der Urkunde bezeichneten Inhalt, und so ist es durchaus berechtigt, den 2. Oktober 1236 als Geburtsstunde des Rittergeschlechts derer von Buch anzusehen.

Der Aufstieg war Werner im Umfeld des Grafen von Sponheim geglückt, als dessen Vertrauter er ab 1226 belegt ist. Durch besondere Tüchtigkeit, Belastbarkeit und Treue muss es ihm gelungen sein, im Laufe der Jahre in den Besitz einiger Dienstlehen und damit zu relativem Wohlstand, der ihm ein rittermäßiges Leben ermöglichte, zu kommen, bis ihm schließlich 1236, unter dem schmerzlichen Verlust wertvoller Einkünfte in Mörsdorf (1/6 des Zehnten, 10 Joch Ackerland, Haus und Wiesen) und Merl (22 Weinbergsparzellen, Haus), die an das Trierer Nonnenkloster St. Martinsberg kamen, der standesmäßige Aufstieg anerkannt wurde.

Sein Sohn Richard I., erwähnt von 1251 bis 1305 und weiterhin in enger Verbindung zu den Grafen von Sponheim stehend, vermehrte den Wohlstand und das Ansehen der Familie weiter. Grundbesitz hatte er u.a. in dem heute nicht mehr lokalisierbaren Ort Rumpenheim. In urkundlichen Zeugenreihen gehörte er zu den vornehmsten seines Standes. 1301 war er der zweitwichtigste Kreditgeber des Grafen Simon II. von Sponheim, der ihm 83 Mark Silber schuldete, was eine Vorstellung von den finanziellen Möglichkeiten der Ritter von Buch gibt. Zwischen 1305 und 1307 muss Richard I. verstorben sein.

Die nachfolgende Generation mit den Brüdern Richard II., Wirich und Hugo sowie der Schwester Irmgard scheint mehr und mehr in den Bannkreis des Trierer Erzbischofs Balduin geraten zu sein. Richard II. und Wirich, Inhaber des Bucher Ortsgerichts und im lehensweisen Besitz eines Drittels aller Einkünfte und dreier Herrenhöfe im Ort, schlossen am 6. Juli 1325 mit Balduin einen Vertrag über die Errichtung der Burg Baldeneck. Besonders Richard scheint in engster Verbindung zu Balduin gestanden zu haben, der ihn als Soldat schätzte und bei militärischen Auseinandersetzungen zum Anführer seiner Truppen („marschalcus“) machte. 1350 wurde er Amtmann von Manderscheid in der Eifel. 1368 war er verstorben.

Richard II. hatte vier Söhne: Richard III., Johann, Giselbrecht und Volker. Richard III. erscheint ab 1348 als Amtmann von Oberwesel, ab 1388 als Amtmann von Baldeneck. 1370 war er an einem bewaffneten Überfall in Ahrweiler beteiligt. 1367 besaß er mit seinen Brüdern Giselbrecht und Volker einen Teil der Wildburg, der später an die Pfalzgrafen fiel. 1395 wird er als verstorben gemeldet.

1401 erhielt Konrad von Buch das Dorf Buch zu Lehen. Wer sein Vater war, ist unsicher. Konrad war zweimal verheiratet: in kinderloser erster Ehe mit Gertrud von Alken, in zweiter Ehe mit Christine von Ingelheim, mit der er zwei Kinder hatte: Anton und Katharina. Er nannte sich nur noch Edelknecht („armiger“), hatte also nicht den Ritterschlag empfangen. Er starb vor dem 20. August 1436.

Anton war damals noch minderjährig, noch 1439 stand er unter der Vormundschaft des Johann von Metzenhausen. 1466 verzichtete er auf das den Rittern zustehende Burglehen zu Kastellaun. Seine Ehe mit Else von Bichseck blieb kinderlos. Mit Anton von Buch erlosch das Geschlecht kurze Zeit später in männlicher Linie. Einige Lehen gingen an Antons Schwager Friedrich Blick von Lichtenberg über.

Das Wappenschild der Ritter von Buch, erstmals 1307 überliefert, zeigt ein Schräggitter.

Quellen / Literatur

  • Rudolf Zimmer, Die Ritter von Buch, in: Buch und Mörz. Aus der Geschichte zweier Nachbardörfer, herausgegeben von Joachim Mertes und Rudolf Zimmer, Buch 2002, S. 63-75.

Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 138 | Stand: 1/2009