
† 13.01.2018 in Kirchberg
Vater: Alfred Elsen (Kaufmännischer Angestellter)
Mutter: Therese, geb. Ott
Biografie
Werner Elsen wurde am 3. Februar 1943 in Koblenz geboren. Seine Eltern, der kaufmännische Angestellte Alfred Elsen und Therese geb. Ott, stammten beide aus Sinzig am Rhein; zur Familie gehörten auch die beiden älteren Schwestern Rosemarie und Elfriede. Werner Elsen heiratete im Juni 1964 Ursula Best, die Tochter des Apothekers und Kirchberger Ehrenbürgers Erich Best. Ursula und Werner Elsen wurden die beiden Kinder Daniela (1964) und Christian (1968) geschenkt.
Bedingt durch die berufliche Tätigkeit seines Vaters wohnte Werner Elsen in Kindheit und Jugend an folgenden Orten: Von der Geburt bis September 1952 in Kastellaun, bis Juli 1955 in Sohren, bis 1958 in Gaggenau und schließlich bis März 1962 in Illingen/Württemberg. In dieser Zeit besuchte er die Kath. Volksschulen in Kastellaun und Sohren, das Gymnasium in Simmern, das Progymnasium Gaggenau und schließlich das Gymnasium in Mühlacker/Württemberg, wo er am 2. März 1962 das Abitur bestand. Von 1962 bis 1964 folgten Studienjahre an der Universität Köln, zunächst in Wirtschaftsmathematik und später in Jura.
Nach der Heirat mit der Apothekertochter Ursula Best wechselte er zur Pharmazie. Zunächst war er von Mai 1964 bis März 1966 Apothekerpraktikant in der Mohren-Apotheke in Simmern und in der Schwanen-Apotheke in Kirchberg, der Apotheke seines Schwiegervaters. Im Wintersemester 1966/67 begann er das Studium der Pharmazie in Mainz, wo er am 14. Oktober 1969 das Staatsexamen ablegte. Die Approbation als Apotheker erhielt er am 1. November 1970. Bis Ende 1974 war er bei Schwiegervater Erich Best als Apotheker angestellt. Von Januar 1975 bis Januar 2002 leitete er selbst die Schwanen-Apotheke. Die Apotheke wurde nach einem Brand in den Jahren 2000/01 umfangreich restauriert. Im Mai 2002 feierte die Schwanen-Apotheke ihr 250jähriges Jubiläum. Zuvor hatte er am 1. Februar 2002 die Apotheke seiner Tochter Daniela übergeben. Dieser Fachwerkbau ist heute Teil der historischen nördlichen Häuserfront des Kirchberger Marktplatzest. Seit 1993 wohnte Werner Elsen mit seiner Ehefrau im nördlich an das Rathaus angrenzenden Anwesen Rathausgasse 3.
Über viele Jahre war Werner Elsen auch in Organisationen seines Berufsstandes ehrenamtlich tätig; u. a. als Mitglied der Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer (LAK) Rheinland-Pfalz und als Vertreter des Rhein-Hunsrück-Kreises im erweiterten Vorstand des Apothekerverbandes (LAV) Rheinland-Pfalz.
Seine Bekanntheit im Hunsrück ist vor allem auf seine kommunalpolitische Tätigkeit zurückzuführen. Bei der Kommunalwahl am 17. März 1974 kandidierte er erstmals für den Stadtrat Kirchberg und zwar für die „Freien Wähler“, damals als „FWG Unabhängige Bürger Kirchberg“ bezeichnet. Bis zu seinem Tod war er dann Mitglied des Stadtrates. Das Amt des Ersten Beigeordneten der Stadt übte er von Juni 1977 bis Juli 1979 aus; von Juli 1994 bis Juli 1997 war er 3. Beigeordneter. In der Stichwahl am 27. Juni 2004 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Kirchberg gewählt. Am 8. Juli 2004 übernahm er dieses Amt vom Vorgänger Dr. Hans Dunger. Nach Ablauf der Wahlperiode kandidierte er nicht mehr für dieses Amt; die Übergabe an seinen Nachfolger Udo Kunz erfolgte am 9. Juli 2009.
Während seiner Amtszeit wurden die beiden Neubaugebiete „An der Simmerner Straße“ und „Liebfrauenbitz“ verwirklicht. Besonders stolz war er über den im Jahre 2008 eingeweihten „generationenübergreifenden Erlebnisraum“ auf dem Gelände vom „Karbachs Weiher“ am Nordrand der Stadt. Unter Elsen konnte die Neugestaltung der Gassen in Kirchbergs Innenstadt im Rahmen der Stadtsanierung abgeschlossen werden. In den Jahren 2005 und 2007 konnte er Gewerbeschauen in Kirchbergs Industriegebiet durchführen. Ihm und seinem Organisationsteam sind auch die Kulturveranstaltungen unter der Bezeichnung „Kirchberg live“ zu verdanken. Kultureller Höhepunkt seiner Amtszeit war die 750-Jahr-Feier der Stadt Kirchberg vom 3. bis zum 5. Juli 2009. Ihm gelang auch der Bau des Radweges von Denzen zum Bahnhof Unzenberg als Teil einer überregionalen Radwegeverbindung.
1979 gründete Werner Elsen die Freie Wählergruppe der Verbandsgemeinde Kirchberg, deren Vorsitzender er auch war. Seit der Kommunalwahl im Juni 1979 war er Mitglied des Verbandsgemeinderates Kirchberg; bis 2014 war er auch Fraktionssprecher. Am 14. Juli 2014 wurde er zum 3. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Kirchberg gewählt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tode inne. Im Jahre 2009 war er einer der Mitbegründer der Freien Wähler Rhein-Hunsrück e. V.
Sieben Jahre lang war er ab 1971 Zweiter Vorsitzender des TuS Kirchberg; über viele Jahre leitete er die Volleyball-Abteilung.
Werner Elsen starb am 13. Januar 2018. Nach der Trauerfeier in der katholischen Pfarrkirche St. Michael wurde er am Freitag, 19. Januar 2018, auf dem Kirchberger Friedhof an der Dickenschieder Straße beigesetzt.
Quellen / Literatur
- Hans Dunger, Die Kirchberger Bürgermeister seit 1800 (Band 11 der Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Kirchberg), Kirchberg 2009.
- Werner Elsen, Wahlheimat Kirchberg – Erinnerungen und Ausblick, in: 750 Jahre Stadtrecht Kirchberg (Band 12 der Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Kirchberg), Kirchberg 2009.
Dr. Hans Dunger, Kirchberg
Heft 187 | Stand: 4/2025
