Christ, Peter

Peter Christ
* 14.12.1857 in Biebern
† 16.01.1934 in Trier
Vater: Peter Christ
Mutter: Katharina, geb. Johann

Biografie

Peter Christ wurde am 14. Dezember 1857 in Biebern als Sohn der Eheleute Peter Christ und Katharina, geb. Johann, geboren. Nach seinem Eintritt in das Jesuiten-Konvikt „Canisianum“ in Innsbruck studierte er Philosophie und Theologie an der Universität Innsbruck. Am 26. Juli 1883 wurde er in der Trinitätskirche in Innsbruck durch Fürstbischof Johannes IX. von Leiß (* 1821, † 1884) aus Brixen zum Priester geweiht. Infolge des Kulturkampfes in Deutschland war er gezwungen, seine ersten Priesterjahre in der Steiermark zuzubringen.

Seine erste Stelle trat er 1. Oktober 1883 als Schlosskaplan der Familie des Grafen d´Avernas auf Schloss Freibüchl bei Wildon an. Vom 21. März bis 25. November 1889 war er gleichzeitig als zweiter Kaplan in der Pfarrei Wildon (Diözese Seckau) eingesetzt. Die Heimatdiözese Trier signalisierte ihm eine Anstellung. Da er aber Mangels des preußischen Reifezeugnisses in Preußen nicht angestellt werden konnte, ernannte ihn der Trierer Bischof Michael Felix Korum am 4. Dezember 1889 zum Pfarrer in der oldenburgischen Pfarrei Bundenbach St. Nikolaus.

Bundenbach gehörte seit 1815 zum Fürstentum Birkenfeld im Großherzogtum Oldenburg. Am 12. Dezember 1889 erfolgte seine Einführung in Bundenbach. Am 27. Dezember 1889 wurde er zusätzlich zum Pfarrverwalter von Bruschied St. Franz Xaver ernannt. In Bundenbach und Bruschied wurde Peter Christ der Initiator für den Neubau der Pfarrkirchen. In Bruschied konnte Christ 1893 den ersten Gottesdienst in der neuerbauten Pfarrkirche feiern, in Bundenbach legte der den finanziellen Grundstock für den Kirchenneubau. Dazu hatte Christ einen Bettelbrief verfasst, der in der Diözese und darüber hinaus in ganz Deutschland an Institutionen, Firmen und Privatleute verschickt wurde.

Am 21. März 1894 ernannte ihn der Bischof zum Pfarrer von Bell St. Florinus. Die Einführung in Bell erfolgte am 5. April 1894. Am 28. August 1900 wurde er zum Pfarrer von Trier St. Gervasius ernannt, am 8. Oktober dort eingeführt. Bischof Korum berief ihn am 15. November 1919 als residierenden Domkapitular ins Domkapitel an der Hohen Domkirche zu Trier. Seine Installation als Domkapitular fand am 15. Dezember 1919 im Dom statt. Seit 23. Februar 1920 war er gleichzeitig Diözesanpräses der Marianischen Priesterkongregation, ab 2. Februar 1923 auch Prosynodal-Vizeoffizial am Bischöflichen Offizialat in Trier.

Am 22. März 1929 berief ihn Bischof Franz Rudolf Bornewasser zum Dompfarrer an der Hohen Domkirche zu Trier, seine Einführung als Dompfarrer war am 4. April 1929. Am 26. Juli 1933 konnte er das Goldene Priesterjubiläum begehen. Domkapitular Peter Christ starb am 16. Januar 1934 in seiner Kurie im Schatten des Doms. Im Nachruf in der Trierischen Landeszeitung wird Christ eine ausgleichende und gewinnende Liebenswürdigkeit bescheinigt. Scharfer Verstand, feste Willensrichtung, verzeihende Güte, Freude an allem Guten und Schönen, tiefes Mitleid mit allen Notleidenden und Bedrängten waren die Wegweiser auf seinem Lebensweg. Er wird als Meister der volkstümlichen Rede bezeichnet. Als hervorstechender Zug im Charakter des Verstorbenen wird seine Herzensgüte, verbunden mit einem erquickenden Humor im Nachruf genannt. Seine letzte Ruhestätte fand Peter Christ am 20. Januar 1934 auf dem Friedhof im Domkreuzgang zu Trier.

Quellen / Literatur

  • Privatarchiv Josef Schmieden, Bundenbach

Josef Schmieden, Bundenbach
Heft 155 | Stand: 6/2014