Hofmann, Berthold Horst

Berthold Horst Hofmann
* 16.02.1925 in Zschornewitz
† 26.12.1984 in Rheinböllen
Vater: Friedrich Otto Hofmann
Mutter: Frieda Elise, geb. Grose

Biografie

Horst Hofmann war gebürtig in Zschornewitz (heute ein Ortsteil der Stadt Gräfenhainichen) in Sachsen-Anhalt. Am 1. April 1939 startete er seine dreijährige Ausbildung bei der Kreiskommunalverwaltung Wittenberg. 1942 rückte der 17-jährige Kriegsfreiwillige zum Wehrdienst ein. Aus der anschließenden Kriegsgefangenschaft kehrte er im September 1946 zurück. Erneut erhielt er eine Anstellung bei der Wittenberger Verwaltung.

Im August 1952 flüchtete Hofmann zusammen mit seiner Gattin (verheiratet seit 1948) aus der DDR und lebte in Köln, wo er zunächst in die Dienste der Barmer Ersatzkasse und später des Deutschen Städtetages trat. Hofmann studierte nebenberuflich und bestand die Kommunal-Diplomprüfung an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Köln. Nun kletterte er die Karriereleiter hinauf bis zum Amtsinspektor der Amtsverwaltung Duisdorf (heute Stadtteil von Bonn) im Jahr 1959. Drei Jahre später siedelte die junge Familie nach Cochem über, wo Hofmann als Stadtoberinspektor, später Amtmann, und somit als Leitender Bürobeamter der Stadtverwaltung fungierte.

Ab 1. Februar 1968 besetzte der CDU-Politiker den Stuhl des Amtsbürgermeisters in Rheinböllen. In seiner Antrittsrede vor dem Ratsgremium betonte er:

Eine meiner wichtigsten Aufgaben wird sein, Möglichkeiten zur Verbesserung der Finanzsituation zu suchen – z.B. Stärkung der Wirtschaftskraft, weil dadurch das Realsteueraufkommen erhöht wird.

In seiner frühen Rheinböller Dienstzeit wurde die Verbandsgemeinde Rheinböllen am 7. November 1970 geschaffen. Am 16. April 1974 begann für den Ort Rheinböllen eine neue Zeitrechnung: Mit der konstituierenden Sitzung des neugewählten Gemeinderates wurde die Position des Verbandsgemeindebürgermeisters erstmals in Personalunion mit der des ehrenamtlichen Ortsbürgermeisters verknüpft und fortan von Horst Hofmann bekleidet. Als nun „Erster Mann im Dorf“ blieb sein Name untrennbar mit der Dorfkernsanierung, dem Bau des neuen Rathauses und der Gestaltung des Marktplatzes verbunden. Auch die Errichtung des ersten kommunalen Kindergartens, des Freizeitbades oder des Blockheizkraftwerkes gehen auf seine Initiativen zurück und tragen seine Handschrift.

Maßgeblich beteiligt war Horst Hofmann im März 1976 an der Gründung des Forstverbandes Rheinböllen, dem sich alle waldbesitzenden Kommunen der Verbandsgemeinde anschlossen. Hofmann hatte das Amt des Verbandsvorsitzenden von Beginn an inne. Zwei Jahre darauf wählten ihn die Mitglieder des Verbandsgemeinderates für weitere 10 Jahre zum Bürgermeister.

Die Öffentlichkeit schätzte ihn unter anderem auch für sein Engagement als langjähriger Vorsitzender der Ortsgruppen des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Besondere Beliebtheit wurde ihm auch von seinen Mitarbeitern attestiert. Dass ihm der Volksmund eine (inoffizielle) Straße widmete, ist gleichfalls ein Merkmal seines Ansehens: Der baumgesäumte Weg zum Stadtteil Kleinweidelbach trägt noch immer den Namen „Hofmann-Allee“.

Das Erreichen des wohlverdienten Ruhestandes blieb Horst Hofmann nicht vergönnt: Er starb völlig unerwartet am Zweiten Weihnachtstag 1984 wenige Woche vor seinem 60. Geburtstag und fand am 29. Dezember 1984 die letzte Ruhestätte auf dem örtlichen Friedhof.

Quellen / Literatur

  • Archiv der ehemaligen Verbandsgemeinde Rheinböllen.
  • Standesamt der Stadt Gräfenhainichen.

Dieter Diether, Rheinböllen
Heft 189 | Stand: 8/2025