Jacobi, Johann (von Wallhausen)

Johann Jacobi (von Wallhausen)
* 1581 in Wallhausen
† 20.10.1627 in Danzig
Vater: Justus H. Tautphaeus (= Jacobi; Pfarrer)
Mutter: N.N.

Biografie

Viele Jahre wurde die Geburtsstätte von Johann Jacobi in der Thüringer „Goldenen Aue“ vermutet (so auch in der ADB), heute steht fest, dass Jacobi 1581 in Wallhausen im Hunsrück als ältester Sohn des Pfarrers Justus Tautphaeus geboren wurde. Ab 1596 besuchte er das Pädagogikum und die Universität in Marburg. Damals führte er noch den Namen Tautphaeus, wie sich die Familie seit 1555 nach dem Ort Dautphe südlich von Biedenkopf nannte, später legte er den Namen ab. Ursächlich hierfür dürfte gewesen sein, dass er 1599 den Mitstudenten Andreas Fahrenheit in einem Duell erstach und die Universität fluchtartig verlassen musste. Er ging nach Holland, wo er Soldat wurde und bei dem Prinzen Moritz von Oranien die „Kriegskunst“ erlernte. Aktiv kämpfte er bei der Verteidigung von Ostende bis zu dessen Eroberung 1604 mit und danach sechs Jahre lang bei Kriegszügen in Ungarn und Russland.

1613 wurde er zum „Capitain“ von Danzig ernannt. Zwar war er in den folgenden Jahren auch in nassauischen Diensten und eine Zeit lang Direktor der neuen, von ihm begründeten Kriegsschule in Siegen, doch blieb seine Stellung in Danzig davon unberührt. In diese Zeit fiel die Vermählung mit seiner Frau Maria, die am Burgberg in Königstein ein Haus besaß. Fünf Kinder kamen zur Welt, allerdings erlosch die Familienlinie bald.

1618 bis 1625 führte Jacobi viele Reisen durch und nahm dabei unterschiedliche Stellungen an, u.a. als Obrist-Leutnant im kurmainzischen Dienst. 1627 war er zurück in Danzig, wo er auch im Oktober 1627 verstarb. Der Danziger Rat gewährte Jacobi ein Staatsbegräbnis von der Marienkirche aus und ließ dazu eine Ehrenkompanie abstellen. Beigesetzt wurde Jacobi in der Katharinenkirche.

Das kriegswissenschaftliche Gesamtwerk Jacobis ist außerordentlich umfangreich und wird international geschätzt. Die wichtigsten Werke waren: Feuerwerk, darinnen unterschiedene Kunststücke und Secreta gelehret werden, Erfurt 1614; ABC der Soldaten zu Fuß, Frankfurt 1615; Kriegskunst zu Fuß, Oppenheim 1615; Kriegsmanual, Hanau 1616; Programma Scholae Militaris, Frankfurt 1616; Kriegskunst zu Pferd, Frankfurt 1616; Ritterkunst, Frankfurt 1616; Compendium militare, Aschaffenburg 1616; Romanische Kriegskunst, Hanau 1617; Archiley-Kriegskunst, Hanau 1617 (ein zweiter Teil, der die Feuerwerkerei enthalten sollte, ist nicht erschienen); Militaris politicus, Frankfurt 1617; Defensio patriae oder Landrettung, Frankfurt 1621; Armamentarium imperiale oder Kriegs-Munition-Artilleriebuch, Frankfurt 1625.

Sein Vorhaben, ein sechsbändiges, umfassendes Kompendium der gesamten Kriegswissenschaft herauszugeben – die Kriegskunst zu Fuß, zu Pferd, der Ordnungen (= Taktik), der Arkeley (= Schießkunst), der Fortifikation (= Festungsbau) und zur See – konnte Jacobi nicht mehr verwirklichen, nur drei Bände sind erschienen. Mit Kriegslisten des Altertums beschäftigte sich das Werk Camera militaris oder Kriegskunst-Schatzkammer, Frankfurt 1621. Das umfassendste Werk ist das 1617 in Hanau herausgegebene Handbuch Corpus militare, darinnen das heutige Kriegswesen in einer perfecten und absoluten Idea begriffen und dargestellt wird. Es handelt in sieben Teilen vom Wesen des Krieges und der Ausrüstung einer Armada, vom Fußvolk, von der Kavallerie, von Schlacht- und Marschordnungen, von der Artillerie, vom Festungswesen und der Kriegskunst zu Schiff.

Quellen / Literatur

  • Willy Mathern, Jacobi, Johann, in: Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, S. 395.
  • Willy Mathern, Männer des Hunsrück- und Nahelandes, Trier 1952, S. 39-41.
  • Bernhard von Poten, Jacobi von Wallhausen, Johann, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1896). [veraltet]
  • Jörg Julius Reisek, Johann Jacobi von Wallhausen, in: www.regionalgeschichte.net.
  • Hans Zopf, Jacobi von Wallhausen, Johann, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 238.

Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 184 | Stand: 9/2023