
† 23.06.2019 in Rheinböllen
Vater: Karl Hofmann
Mutter: Katharina, geb. Zinß
Biografie
Inge Hofmann wurde am 8. Mai 1939 in Rheinböllen geboren. Nach dem Besuch der dortigen Volksschule erlernte sie den Beruf der Näherin und war in Simmern beschäftigt. Später arbeitete sie in der Stadtbücherei in Simmern.
In Rheinböllen war sie in zahlreichen Vereinen aktiv, besonders im Turnverein, und betreute die dortige Frauentanzgruppe. Vom 10. September bis zum 2. Oktober 1993 war die Trachtentanzgruppe Rheinböllen zusammen mit der Trachtengruppe Sargenroth in Brasilien unterwegs. Neben der Frauentanzgruppe entstanden weitere Kindertanzgruppen. Inge Hofmann war ein engagiertes Mitglied der Brasilienfreunde Rheinböllen e.V.
Inge Hofmann setzte sich nachhaltig für die Gründung einer Partnerschaft Rheinböllens mit der brasilianischen Stadt Maratá ein. 1992 unterbreitete Inge Hofmann gemeinsam mit der Vorsitzenden des Hunsrückvereins Rheinböllen, Margot Weber, bei Bürgermeister Franz Josef Lauer aufgrund seiner Berichte von der Brasilienfahrt 1991 ihre Pläne, mit der Volkstanzgruppe auf Tournee zu gehen. So ist dann die Tournee der Volkstanzgruppen Rheinböllen und Sargenroth im September/Oktober 1993 durchgeführt worden. Sie war ein voller Erfolg und alle kamen begeistert zurück. Der Erste Auftritt war in Maratá/ RS.
Der Antrag auf die Gründung einer Partnerschaft wurde am 17. November 2013 von Fernand Schrammel (Maratá – Profuteira Municipal de Maratá) gestellt. Am 20. Juli 2015 stimmte der Stadtrat Rheinböllen nach einer leidenschaftlichen Ansprache von Inge Hofmann dem Projekt zu. Die Partnerschaftsurkunde mit Maratá wurde am 20. März 2017 unterzeichnet. Zusammen mit ihrem Mann Wilhelm war sie elf Mal zu Besuch in Brasilien und organisierte zahlreiche Treffen mit Tanzgruppen.
Neben ihren Reisen und Tourneen nach Brasilien hat sie mit Ihrem Mann auch im deutschen Kulturzentrum in Gramado der FECAB (das der Rhein-Hunsrück-Kreis jährlich unterstützt) Vorträge und Kurse über deutsche Volkstänze gehalten. Immer wieder, wenn Gruppen und Reisende aus Brasilien nach Rheinböllen kamen, hat sie diese mit empfangen und oft auch privat bei sich untergebracht. Auch den Austausch mit den Deutschlehrer-Studentinnen aus Ivoci, der seit 2008 stattfindet, hat sie stets unterstützt und Studentinnen und Studenten bei sich aufgenommen.
Inge Hofmann verstarb am 23. Juni 2019 in Rheinböllen. Im Nachruf der Familie Haupenthal aus Maratá wurde Inge Hoffmann als ihre „Deutsche Mutter“ bezeichnet.
Quellen / Literatur
- Berichte der Brasilienfreunde Rheinböllen e.V.
- Interview mit Wilhelm Hofmann im Juni 2024.
- Frdl. Mitteilungen Franz Josef Lauer, Vors. Brasilienfreunde Rheinböllen e.V.
- Privatsammlung Zeitungsberichte.
Dr. Fritz Schellack, Sprendlingen
Heft 185 | Stand: 6/2024
