Hopstätter, Helmut

Helmut Hopstätter
* 19.02.1900 in Breitenheim
† 18.09.1978 in Simmern
Vater: Karl Wilhelm Hopstätter (Lehrer)
Mutter: Emilie, geb. Brumm

Biografie

Nach dem Besuch der Volksschule und der Lateinschule in Meisenheim, die er mit dem Abitur abschloss, ergriff Helmut Hopstätter den Beruf des Volksschullehrers. Er absolvierte die Lehrerbildungsanstalten in Wetzlar und Ottweiler und legte schon 1920 die erste Lehrerprüfung ab. Nach Schulstationen in Rohrbach, Kludenbach und Schwarzen kam er am 1. Mai 1939 zur Ev. Volksschule nach Simmern/Hunsrück, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1966 blieb, seit 1946 als kommissarischer Leiter, seit 1949 als Hauptlehrer und seit 1964 als Rektor. 1966 trat er in den Ruhestand.

Schon früh engagierte er sich neben seinem Lehrerberuf (von 1946 bis 1966 war er zudem Leiter der Fortbildungsgemeinschaft für Junglehrerinnen und Junglehrer im Kreis Simmern und führte viele Lehrer als hilfsbereiter Vorgesetzter zur Zweiten Lehrerprüfung, zeitweise war er kommissarischer Schulrat) für die Heimatgeschichte, insbesondere für die Geologie und die Vor- und Frühgeschichte, für die er auch seine Kolleginnen und Kollegen auf Exkursionen, Tagungen und Konferenzen zu begeistern versuchte. Von 1949 bis 1966 war er Redner in den Kreisvolksbildungswerken Simmern und Bernkastel. Ein weiteres Hobby Hopstätters war die Musik, wo er es im Klavierspiel zu einer erstaunlichen Meisterschaft brachte.

Nach dem Tod von Karl Wagner übernahm er als „treuer Parteisoldat“ – seit 1. April 1933 im NS-Lehrerbund aktiv, Stützpunktleiter des NSV und seit 1. Mai 1937 NSDAP-Mitglied – als zweiter Leiter 1939 die Führung des Hunsrückmuseums, gegen das Votum von Karl Geib, der eine andere, möglicherweise fachlich geeignetere, aber politisch missliebige Person vorgeschlagen hatte. Der von ihm geplante Bau eines Bauernhofmuseums im Sinne der Blut-und-Boden-Ideologie hinter dem Simmerner Schloss konnte während des Krieges nicht verwirklicht werden. Die Bestände des Museums konnte Hopstätter durch sichere Auslagerung weitgehend durch die Kriegs- und Besatzungszeit retten; der Verbleib einiger, bei ihm privat gelagerter Ausstellungsstücke blieb jedoch ungeklärt.

1966 gestaltete er die Ausstellung des Museums im Simmerner Schloss, dem er bis zu seinem Tod vorstand, völlig neu. Er begründete die Schriftenreihe des Museums und steuerte die meisten Publikationen selbst bei. An seine paläontologische Forschungstätigkeit erinnert der Name eines Seeigels, den er im unterdevonischen Schiefer entdeckte und der nach ihm benannt wurde: Rhenenichus hopstätteri.

1950 belebte er – auch hier im Geiste Karl Wagners – den seit 1937 ruhenden Hunsrückkalender, zu dessen Mitarbeitern er von Anfang an gehört hatte, wieder und war dessen Schriftleiter bis 1964. Ebenso gehörte er zu den Wiederbegründern des Hunsrücker Geschichtsvereins und war Gründungs- und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für die Heimatgeschichte des Nahe-Hunsrück-Raumes. Zahlreiche Beiträge von ihm erschienen in den Landeskundlichen Vierteljahrsblättern, im Nahelandkalender, in den Bad Kreuznacher Heimatblättern, in den Hunsrücker Heimatblättern, im Jahrbuch des Hunsrückvereins und anderswo.

1972 erhielt er in Würdigung seiner Verdienste die Ehrenkassette der Stadt Simmern, am 7. März 1973 wurde ihm für seinen rastlosen Einsatz im Dienste der Heimatforschung das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Sein Tod am 18. September 1978 trat unerwartet ein.

Wichtige Monographien Hopstätters waren u.a. „Wo die Wälder rauschen“ (1938), „Führer durch die Sammlungen des Museums in Simmern“ (1967), „Führer zu den vor- und frühgeschichtlichen Wehrbauten des Hunsrücks“ (1968) und „Führer zu erdgeschichtlichen Naturdenkmälern des Soonwaldes und des Soonvorlandes“ (1971).

Quellen / Literatur

  • Helmut Hopstätter, in: Jahrbuch des Hunsrückvereins e.V. 1972.
  • Gustav Schellack, Bundesverdienstkreuz für Helmut Hopstätter, in: Hunsrücker Heimatblätter 29 (1973), S. 644-649 (mit Bibliographie).
  • Werner Vogt, Rektor i.R. Helmut Hopstätter †, in: Landeskundliche Vierteljahrsblätter 24 (1978), S. 155f.
  • Willi Wagner, Zum Gedenken an Helmut Hopstätter, in: Rhein-Hunsrück-Kalender 1979, S. 87f.
  • NSDAP-Gaukartei, NSDAP-Zentralkartei und NSLB-Kartei im Bundesarchiv, Berlin.

Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 157 | Stand: 12/2014