Keller, Hansheinz

Hansheinz Keller
* 17.07.1922 in Thalfang
† 04.02.1977 in Rhaunen
Vater: Christian Keller (Lehrer)
Mutter: Emma, geb. Schäfer

Biografie

Hansheinz Keller wurde am 17. Juli 1922 in Thalfang geboren. Im Schulhaus von Talling, wo sein Vater Christian Lehrer war, verbrachte er seine Kindheit. Der Vater Christian Keller publizierte ebenfalls zahlreiche Beiträge zur lokalen Geschichte. Die Lebensphase in Talling war Basis für seine Publikation „Sonnige Pfade der Kindheit“. Seine Abiturprüfung legte Keller 1941 in St. Goar ab. Im Zweiten Weltkrieg war er Kampfflieger. Nach Kriegsende begann er seine Lehrerausbildung. Er war nach der ersten Prüfung 1948 tätig in Rorodt, Thalfang und Deuselbach. Seit 1968 leitete er als Rektor die Idarwaldschule in Rhaunen.

In zahllosen Artikeln für Zeitungen und Zeitschriften hat er zwischen 1949 und 1972 über Geschichte und Kultur des Hunsrücks berichtet. Er brachte Beiträge zur Volkskultur, zum Alltagsleben, zu Bräuchen. Ein darüber hinaus ganz bekanntes Werk in der Region ist die Sammlung von „Stickelcher“: Lachender Hunsrück (1972). Die Reihe seiner Publikationen ist lang.

Ein ganz besonderes Verdienst kommt Hansheinz Keller bei seinen Forschungen zur Auswanderergeschichte des Hunsrücks zu. Seine Kontakte reichen in die 1950er Jahre zurück. 1961 reiste er erstmals nach Brasilien. Keller betreute eine Rundfunksendung für Deutsche Auswanderer in Brasilien, die zwischen 1960 und 1965 mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes über die Deutsche Welle im Bundesstaat Rio Grande do Sul ausgestrahlt wurde. Keller pflegte die Verbindung zum Instituto Historico (Porto Allegre), insbesondere zu Ernesto Gustavo Bauer, der schon 1958 Mitglied in der Ortsgruppe Deuselbach des Hunsrückvereins war.

Keller sammelte schon früh Briefe von Auswanderern und hatte in diesem Zusammenhang z.B. die Slg. Tatsch transkribiert. Mit der Publikation „Neue Heimat Brasilien“ (1963) stellte er seine Forschungen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Neben den Recherchen zur Auswanderung schrieb Keller zahlreiche weitere Beiträge: „Aus alter Zeit“ (1975) oder „Zwischen Bergen und Wäldern“ (1975). Er redigierte die Publikation „Der Hunsrück. Beiträge zur Natur und Geschichte“, Bd. 1 1965, Bd. 2 1971, sowie die Jahrbücher des Hunsrückvereins „Rund um den Erbeskopf“. Zu erwähnen ist seine Mitarbeit am Polyglott-Reiseführer, am Merian Band „Der Hunsrück“ und an der Zeitschrift „Hunsrück und Hochwald“.

Hansheinz Keller schied am 4. Februar 1977 aus dem Leben und hinterließ seiner geliebten Hunsrückheimat einen riesigen literarischen Schatz. In seinem Nachruf auf Keller schrieb Hajo Knebel:

„Er hat sich um den Hunsrück verdient gemacht!“.

Quellen / Literatur

  • Teilnachlass Hansheinz Keller im Rhein-Hunsrück-Archiv.
  • Hajo Knebel, Zum Tode von Hansheinz Keller, in: Heimatkalender 1978. Landkreis Birkenfeld, S. 51-54.
  • Neue Heimat Brasilien, 1963.
  • Lachender Hunsrück.
  • Sonnige Pfade der Kindheit, 1963.

Dr. Fritz Schellack, Sprendlingen
Heft 185 | Stand: 6/2024