
† 04.05.1927 in Liangchow (Lanzhou) / Provinz Gansu (China)
Vater: Jacob Acht (Landwirt)
Mutter: Anna Maria, geb. Escher
Biografie
Am 17. März 1899 wurde Josef Acht als Sohn der Eheleute Jacob Acht und Anna Maria geb. Escher in Wiebelsheim geboren. Dort besuchte er auch von 1904 bis 1912 die achtjährige Volksschule. Schon früh fiel der Junge, der sich in Wiebelsheim als Austräger des Steyler „St. Michaelskalenders“ und der Steyler Familienzeitschrift „Stadt Gottes“ engagierte, dem zuständigen Pfarrer Alois Thomé in Damscheid als besonders talentiert auf. Er setzte sich deshalb sehr dafür ein, dass Acht im Oktober 1912 ins Ordensgymnasium der Steyler Missionare im Missionshaus St. Wendel aufgenommen wurde. Fünf Jahre dauerte seine dortige Ausbildung. Im Juni 1917 musste Acht zum Kriegsdienst einrücken, der für ihn erst mit der Entlassung aus dem Heer am 5. Dezember 1918 endete.
Ein halbes Jahr später, am 28. August 1919, begann Achts Noviziat im Missionshaus St. Gabriel bei Wien, wo er Philosophie und Theologie studierte. Im September 1920 legte er seine ersten zeitlichen, vier Jahre später seine ewigen Gelübde ab. Trotz eines „stark melancholischen Temperaments“ wurde er für die Mission empfohlen und am 20. Dezember 1925 zum Diakon, am 13. Mai 1926 zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 15. Mai 1926 in St. Gabriel bei Wien. Am 29. Juni 1926 beging er seine vielbeachtete Heimatprimiz in Wiebelsheim.
Josef Acht wurde für die Gansu-Mission in China bestimmt. Am 10. August 1926 war seine Abreise aus dem Missionshaus St. Michael in Steyl. Von Venlo aus ging es zunächst per Zug über Rom, wo eine Messe im St. Petersdom und eine Audienz bei Papst Pius XI. stattfand, nach Neapel. Von dort aus wurde die Reise mit dem Schiff „Trier“ fortgesetzt. Am 9. September erreichte man den Suezkanal, wo drei Passagiere erkrankten und in der in diesem Jahr extremen Hitze verstarben. Über den Yangtze erreichte die „Trier“ Shanghai, Dann setzte die Reisegruppe ihre Fahrt mit einem Expresszug nach Yenchowfu in der Provinz Shandong fort, das nach sechswöchiger Reise am 19. September 1926 erreicht wurde. Zwei Monate dauerte die Einführung in die Sprache und Kultur des Gastlandes, bevor es für Acht auf die letzte und gefährlichste Etappe der Reise ging. Am 24. November 1926 brach die 17-köpfige Gruppe auf. Zwischenstation war Lingpao. Von dort ging es nur noch mit 35 zweirädrigen Karren, bespannt mit je drei Maultieren, weiter. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durchs chinesische Bürgerkriegsgebiet erreichte man am 4. Januar 1927 Liangchow in Gansu.
Lange konnte Josef Acht seiner Berufung nicht nachgehen. Schon am 4. Mai wurde er das jüngste und erste Opfer einer Typhusepidemie in Liangchow (Lanzhou), der auch der Regionalobere Pater Hugo Grunwald (43 Jahre) und Thaddäus Paul Schminnes (39 Jahre) erlagen.
Josef Achts Grabstein auf dem Missionarsfriedhof in Gansu wurde in der Kulturrevolution zerstört. Stattdessen hat die Gemeinde Wiebelsheim zu seinem Andenken einen würdigen Gedenkstein auf dem Gemeindefriedhof errichtet, um an ihren außergewöhnlichen Sohn zu erinnern.
Quellen / Literatur
- Paul B. Steffen, Die lange Reise nach Kansu, China, in: Hunsrücker Heimatblätter 168 (2018), S. 336-348 (dort auch alle weiteren Quellen).
Prof. Paul B. Steffen, Rom
Heft 171 | Stand: 5/2019
