Diel, Heinrich Christoph

Heinrich Christoph Diel
* 23.08.1737 in Buchen
† 12.09.1825 in Kirchberg
Vater: Johann Reinhard Diel (Amtskeller in Buchen)
Mutter: Anna Margaretha N.

Biografie

Heinrich Christoph Diel – der erste Vorname wird fast nie erwähnt – wurde am 23. August 1737 (nach eigenen Angaben in Mainz) geboren. Sein Vater war in jener Zeit kurmainzischer Amtsverwalter des Amtes Buchen im Odenwald. Von Christoph Diel sind vier Geschwister bekannt. Nach seinen Angaben studierte er – wohl Jura – in Mainz und Würzburg. Das oben abgebildete Notariatssiegel aus einem Kirchberger Vertrag vom 9. März 1805 weist ihn als „L. Diel“ aus, wohl ein Hinweis auf seinen akademischen Grad: „Lizentiat der Rechte“.

In einem Fragebogen (Stadtarchiv Mainz) schreibt er am 14. April 1800:

„Avant la revolution j’étais Baillif de l’Electeur de Trèves et en même tems receveur du Comte d‘Elz, residant au chateau de Schmittbourg. J’ai exercée ces fonctions pendant vingt sept ans“.

Damals war das kurtrierische Amt Schmidtburg in der Pfandherrschaft der Grafen von Eltz-Kempenich. Er war also als kurtrierischer Amtmann gleichzeitig auch Steuereinnehmer für die Grafen von Eltz.

Seit Anfang der 1770er Jahre war er Adjunkt des kurtrierischen Amtmanns Karl Friedrich Sartorius auf der Schmidtburg. Nach dessen Tod am 25. April 1781 wurde Diel Nachfolger des Sartorius. Diel hatte zuvor am 28. August 1775 in Bundenbach eine Tochter des Amtmannes Sartorius, Maria Josepha, geheiratet. Diels Ehefrau war im Jahre 1744 auf der Schmidtburg geboren, wo sie auch am 6. November 1798 starb.

Nach der Neuorganisation der französischen Verwaltung Anfang 1798 verlor Christoph Diel seine Stelle als kurtrierischer Amtmann. Als gewissen Ausgleich ernannte der Regierungskommissar Rudler ihn am 6. August 1798 zum Notar im Kanton Kirchberg, wo er sich mit seinem Kollegen Karl-Friedrich Pfender die Einkünfte teilen musste. Der nun verwitwete Christoph Diel trat seinen Dienst in Kirchberg erst am 12. April 1799 im 62. Lebensjahr an – wohl wegen des Todes seiner Ehefrau im November 1798 und des Umzugs nach Kirchberg.

Nach Jürgen König tat er sich mit den neuen Gesetzen offensichtlich schwer, was bei einem Mann seines Alters nicht verwundern kann. Eine im September 1802 durchgeführte Überprüfung ergab nämlich, dass seine Kenntnisse so lückenhaft waren, dass er nur vorläufig sein Amt weiter ausüben durfte. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte er sich einer erneuten Prüfung stellen. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da im folgenden Jahr ein neues Gesetz alle amtierenden Notare endgültig bestätigte, wozu sie nur einige Formalitäten erledigen mussten.

Diel starb als Notar in Kirchberg am 12. September 1825 im Alter von 88 Jahren. Dem Ehepaar Diel wurden fünf Kinder geschenkt. Tochter Hedwig Therese heiratete den späteren Bürgermeister von Kirn und Kastellaun, Johann Aloys Cadenbach. Ihre Zwillingsschwester Maria Anna Christina, beide am 6. Dezember 1779 auf der Schmidtburg geboren, heiratete den Kirchberger Steuereinnehmer Lorenz August Kuhn. Ein Enkel, der im Jahre 1932 in Bad Kreuznach verstorbene Notar Karl Aloys Kuhn, schreibt u. a. in der Kuhnschen Familienchronik über Christoph Diel:

„Amtmann Diel muss ein vermögender Mann gewesen sein. Das Leben auf der Schmidtburg war ein geselliges. Von den dort allsommerlich verkehrenden Malern rühren auch die Ölbilder meiner Urgroßeltern (siehe das Portrait auf der Vorderseite, d. V.). Der Urgroßvater war als Franzosenhasser bekannt. Er bestätigte das in eigentümlicherweise dadurch, dass er beim Anrücken der Franzosen mit Roß und Wagen ausrückte und sich nach Nastätten in Nassau über den Rhein in Sicherheit brachte. Frau und Kinder ließ er daheim. In der Angst und Verwirrung, die damals auf der Schmidtburg herrschte, versteckte man viele wertvolle Habe. Wie es heißt, warf man dabei Gold- und Silbersachen in die Mauerspalten der alten Ruinen, bis man sich schließlich erschreckt fragte, wie denn das jemals wieder herauszubekommen sei.“

Quellen / Literatur

  • Michael Frauenberger und Robert Schwan, Die katholische Pfarrei St. Michael in Kirchberg (1675 -1900), hrsg. von Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde, Köln 2013.
  • Jürgen König, Verwaltungsbeamte im Kanton Kirchberg zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Kirchberg 1997. Daraus auch das Portrait von Diel, das ihn in seiner Schmidtburger Zeit zeigt.
  • Helmut Prößler, Cadenbach, Darstellung einer rheinischen Familie, Aachen 1986.
  • Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 256, Nr. 243.
  • Stadtarchiv Mainz, Best. 61, Nr. 16: État des services des fonctionnaires du Département de Rhin et Moselle … (Fragebogen der für die wichtigsten Verwaltungsbeamten im März / April 1800), Bl. 383f.
  • – Verbandsgemeindeverwaltung Kirchberg/Hunsrück, Standesamtsarchiv.

Dr. Hans Dunger, Kirchberg
Heft 161 | Stand: 5/2016