Cadenbach, Dr. Hubert Josef

Dr. Hubert Josef Cadenbach
* 24.01.1800 in Kirchberg
† 26.12.1867 in Koblenz-Metternich
Vater: Johann Aloys Cadenbach
Mutter: Hedwig Therese, geb. Diel

Biografie

Hubert Josef Cadenbach wurde am 24. Januar 1800 als erstes von zehn Kindern des Ehepaars Johann Aloys Cadenbach und Hedwig Therese, geb. Diel, in Kirchberg geboren. Sein Vater, späterer Maire bzw. Bürgermeister von Sohren, Kirn und Kastellaun, war zu jener Zeit Kantonssekretär in Kirchberg. Bei seinen Großeltern in Koblenz wohnend, besuchte er das dortige Gymnasium. Sein juristisches Studium absolvierte er in Bonn und Heidelberg. Es folgte auch die Promotion zum Dr. jur. Im September startete er seine juristische Ausbildung als Auskultator und Referendar am Landgericht in Koblenz. Im Dezember 1823 wurde er zum kommissarischen Friedensrichter in Kirn bestellt, wo sein Vater damals auch Bürgermeister war.

Von 1827 bis 1832 war er Friedensrichter in Mayen. Nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst wurde er im Jahre 1833 Anwalt beim Landgericht in Koblenz und erhielt im Jahre 1842 den Charakter eines Justizrates. Ab 1853 war er Mitglied des Stadtrates und von 1854 bis 1857 Beigeordneter. Cadenbach wurde am 18. Mai 1857 zum Bürgermeister von Koblenz gewählt und war damit der Erste, der nach der preußischen Städteordnung in freier Wahl nominiert wurde. Am 28. August 1857 führte ihn der Oberpräsident der Rheinprovinz in sein Amt ein. Der Titel eines Oberbürgermeisters wurde ihm am 16. Februar 1859 verliehen. Damit war auch das Recht verbunden, eine goldene Amtskette zu tragen, deren Anschaffung vom Koblenzer Stadtrat am 12. März 1859 beschlossen wurde.

Unter Cadenbach wurde Koblenz an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die militärischen Festungsanlagen von Koblenz schränkten damals die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt stark ein. Mit dem Bau der Rheineisenbahn und der Moseleisenbahnbrücke wurde erstmals die preußische Stadtbefestigung von Koblenz durchbrochen. Unter dem Jubel der Bevölkerung lief am 11. November 1858 der erste von Rolandseck kommende Zug im provisorischen Rheinbahnhof ein. Am 15. Dezember 1859 folgte dann die Eröffnung der Strecke von Koblenz nach Bingerbrück. In jenen Tagen wurde auch die Strecke bis Mainz eröffnet. Unter Cadenbach wurde am 9. Mai 1864 in Anwesenheit von König Wilhelm I. die Pfaffendorfer Eisenbahnbrücke eingeweiht, die eine Verbindung zur rechtsrheinischen Eisenbahn schuf.

Eine Revision der Koblenzer Stadtkasse im Frühjahr 1867 hatte ergeben, dass etwa der halbe städtische Jahreshaushalt in Höhe von über 45.000 Talern vom Kassenleiter unterschlagen worden war. Cadenbach wurde daraufhin grobe Vernachlässigung seiner Aufsichtspflichten vorgeworfen. Der Stadtrat forderte seine vorzeitige Abberufung; Cadenbach erklärte schließlich am 11. Mai 1867 seinen Rücktritt.

Hubert Josef Cadenbach war in den Jahren 1858 bis 1867 Mitglied des (Preußischen) Herrenhauses, das zusammen mit dem Abgeordnetenhaus die Legislative bildete. Auch die größeren preußischen Städte erhielten dort das Präsentationsrecht und entsandten fast immer den Oberbürgermeister ins Herrenhaus, so auch Cadenbach aus Koblenz. Für seine Verdienste wurde ihm der rote Adlerorden 3. Kl. mit Schleife verliehen.

Während seiner Mayener Zeit als Friedensrichter heiratete er im Jahre 1826 Anna Maria von Brewer aus einer kurtrierischen Adelsfamilie, deren Vater auch Bürgermeister im nahen Bell war. Den beiden wurden zwölf Kinder geschenkt.

Cadenbach hatte unter dem Vertrauensmissbrauch des städtischen Rendanten sehr gelitten. Seine ohnehin angegriffene Gesundheit wurde dadurch vollends zugrunde gerichtet. Er starb noch im Jahre seines Rücktritts am 26. Dezember 1867 auf dem Familienbesitz Rohrerhof in Koblenz-Metternich. Seine Grabstätte, in der auch seine Ehefrau, die Tochter Helene und sein im französischen Krieg im Januar 1871 gefallener Sohn Fritz beigesetzt sind, befindet sich heute noch auf dem Koblenzer Hauptfriedhof im Feld 16; vier liegende Kissensteine weisen auf die Gräber hin.

Nach Prößler, S. 127f., hatte Cadenbach am 1. November 1852 auch das Klostergut Engelport im Flaumbachtal bei Treis gekauft. Später hätte er sich von diesem Gut wieder getrennt, weil er es von Koblenz aus wohl nicht rentabel bewirtschaften konnte.

Quellen / Literatur

  • Michael Frauenberger und Robert Schwan, Die katholische Pfarrei St. Michael in Kirchberg (1675-1900), hrsg. von Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde, Köln 2013.
  • Helmut Prößler, Cadenbach, Darstellung einer rheinischen Familie, Aachen 1986. Daraus auch die Portraitzeichnung von Hubert Josef Cadenbach.
  • Wolfgang Schütz, Koblenzer Köpfe, Personen der Stadtgeschichte – Namensgeber für Straßen und Plätze, Verlag für Anzeigenblätter, Mülheim-Kärlich 2005.
  • Verbandsgemeindeverwaltung Kirchberg / Hunsrück, Standesamtsarchiv.

Dr. Hans Dunger, Kirchberg
Heft 158 | Stand: 12/2014