Faller, Karl

Karl Faller
* 01.03.1922 in Simmern
† 07.03.1996 in Simmern
Vater: August Faller
Mutter: Elise, geb. Schlaudraff

Biografie

Karl Faller wurde am 1. März 1922 in Simmern geboren. Er besuchte von 1928 bis 1936 die Volksschule. 1937 begann er eine Verwaltungslaufbahn beim Landratsamt Simmern. Bis zu seiner Pensionierung war er dort als Kulturreferent tätig. Im Krieg war er zwischen 1939 und 1945 im Westen und Osten eingesetzt und kehrte 1945 schwer verwundet aus alliierter Gefangenschaft nach Simmern zurück. In den 1950er Jahren wurde er Vorstandsmitglied bei der Volksbücherei und im Hunsrücker Volksbildungsvereins und der Volkshochschule.

Im Rahmen der Aktion „Unser Dorf soll schöner werden“ referierte Karl Faller in fast allen Ortschaften des alten Landkreises Simmern und später auch im Rhein-Hunsrück Kreis. Insbesondere als Leiter der Brasiliengruppe war er mit Vorträgen und Reiseberichten unterwegs. Seit 1964 war Karl Faller auch Mitarbeiter des Hunsrück-Kalenders, später des Rhein-Hunsrück-Kalenders. In vielen Abhandlungen berichtete er über das Kreisgeschehen. Themen waren Statistiken, Straßen, Schwimmbäder oder die Krankenhäuser. Darüber hinaus sind zahlreiche Beiträge zum Thema „Brasilien“ zu erwähnen. Schließlich ist auf einen umfangreichen Fotonachlass zu verweisen, in dem sich die Zeit von ca. 1960 bis in die 1980er Jahre widerspiegelt.

Kommunalpoltisch war Karl Faller Ratsherr in Simmern (1956-1964), Beigeordneter der Stadt (1960-1964) und ehrenamtlicher Richter beim Verwaltungsgericht Simmern. Sein besonderes Interesse an der Geschichte bezeugen Publikationen und ungezählte Vorträge zur Geschichte und Kultur der Region. Sein besonderes Verdienst lag in der Organisation und im Aufbau der Beziehungen zwischen dem Hunsrück und den Hunsrücker Auswanderern im Süden Brasiliens. Mit dieser Arbeit begann er in 1960er Jahren.

Einen ersten und zugleich besonderen Höhepunkt erreichte diese Arbeit mit dem Besuch einer großen Gruppe aus dem Hunsrück zum 150. Jubiläum der Auswanderung im Jahre 1974. In den Folgejahren organisierte Karl Faller zahlreiche weitere Begegnungen mit Deutschen aus Brasilien und unterhielt einen regen Kontakt zu den Nachfahren der Auswanderer. Dazu unternahm er Reisen nach Brasilien und stand im Briefwechsel mit dortigen Institutionen und Vereinen.

Für seine vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten wurde Karl Faller mehrfach ausgezeichnet, auch in Brasilien. Neben zahlreichen Ehrenmitgliedschaften und Ehrennadeln wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit erstellte Karl Faller bis zu seinem Tode die Jahreschronik des Rhein-Hunsrück-Kalenders.

Karl Faller verstarb am 7. März 1996 in Simmern.

Quellen / Literatur

  • Hajo Knebel, Karl Faller 60 Jahre, in: Hunsrücker Heimatblätter 53,1982, S. 117.
  • Willi Wagner, Karl Faller zum Gedächtnis, In: Rhein-Hunsrück-Kalender 1997, S. 151.
  • Teilnachlass Karl Faller im Rhein-Hunsrück-Archiv Simmern.
  • Von Karl Faller (in Auswahl):
    – Simmern, Einst Herzogsstadt, heute Kreisstadt.
    – Kirchberg, älteste Stadt des Hunsrücks, Simmern 1974.
    – Die Zeit der Juden in Simmern/Hunsrück, Simmern 1988.
    – Deutsche in Brasilien. Hunsrücker, Pfälzer, Schwaben und Pommern als Kolonisten seit 1824 – Begegnungen 150 Jahre später, Simmern (1974)
    – Fernweh nach Brasilien, Heimweh nach dem Hunsrück, Simmern 1979.
    – Vom Rhein und Hunsrück nach Brasilien 1824 – 1974, Simmern 1974.

Dr. Fritz Schellack, Sprendlingen
Heft 185 | Stand: 6/2024