Fey, Albert Pierre

Albert Pierre Fey
* 03.01.1915 in Petite Roselle/Kleinrosseln (Lothringen)
† 06.02.2009 in Schoeneck/Schöneck (Lothringen)
Vater: Jean Pierre Fey (Bergmann)
Mutter: Catherine, geb. Giron

Biografie

Albert Pierre Fey kam 1915 in Kleinrosseln in Lothringen als erstes von vier Geschwistern zur Welt. Seine Eltern zogen ihn zweisprachig auf, was ihm sein Leben lang von Vorteil war. Der Besuch einer höheren Schule war nicht möglich. Bergmann zu werden, wie sein Vater, kam für ihn nicht in Frage. So trat er nach dem Schulbesuch schon als 15-jähriger in die französische Marine ein und besuchte die Marineschule in Brest. Anschließend tat er bis 1942 Dienst auf französischen Schlachtschiffen, Torpedobooten und Zerstörern. Nach der Selbstversenkung der französischen Flotte im gleichen Jahr und der Besetzung Südfrankreichs durch deutsche Truppen schloss sich Fey der Résistance an.

Im Mai 1945 wurde er wieder französischer Offizier. Aufgrund seiner Deutschkenntnisse gehörte er zu den ersten Besatzungssoldaten in Westdeutschland. Noch in hohem Alter erinnerte er sich, wie sehr ihn das noch brennende Mainz erschütterte. In Oberwesel, Koblenz-Lützel und Bad Neuenahr wurde er als Quartiermacher und Dolmetscher eingesetzt. Im Dezember 1945 hatte er seine erste längere Begegnung mit dem Hunsrück und wurde stellvertretender Stadtkommandant und Garnisonsoffizier von Kastellaun. Während die Kommandantur im Hotel Bentz residierte, zog Fey mit seiner Frau Marguerite Schneider, die er 1937 in Kleinrosseln geheiratet hatte, und seinen drei Kindern Sonia, Roland und Chantal in ein Haus in der Bahnhofstraße. Als Kindermädchen wurde Hildegard Sehn aus Gammelshausen angestellt, eine Verbindung, die nicht mehr abbrechen sollte.

Nach der Zeit in Kastellaun wurde Fey in den französischen Sektor von Berlin abgeordnet. 1949 begann eine neue Zeit für ihn: Er wurde Offizier der Fremdenlegion. In Indochina kämpfte er bis 1952 gegen die um Unabhängigkeit ringenden Guerillakrieger, 1953 ging er als Kompaniechef und Funkoffizier nach Vietnam. Nach der französischen Niederlage 1955 wurde Fey zwei Jahre lang in Algerien eingesetzt. 1959 wollte man ihn erneut nach Algerien schicken, worauf der inzwischen zum Hauptmann aufgestiegene Offizier seinen Dienst quittierte.

Fünf Jahre später starb 1964 seine Frau Marguerite. Fey, der unabhängig war, reiste nun viel und machte dabei immer wieder im Hunsrück Station, wo sein früheres Kindermädchen Hildegard Sehn sich auf seine Besuche freute. Aus Zuneigung wurde Liebe, 1969 wurde geheiratet und Fey zog nach Gammelshausen. Der Hunsrück wurde seine eigentliche Heimat; der Rastlose fand hier Ruhe und Beständigkeit. Nun hatte er Zeit für seine Hobbies, etwa die Gartenarbeit, und für ein ausgiebiges ehrenamtliches Engagement. Bei verschiedenen deutsch-französischen Städtepartnerschaften, so auch bei Simmern-Migennes, diente er als Dolmetscher. Er wurde Mitglied der Marine-Kameradschaft in Simmern und der „Amicale Mosel-Hunsrück“, einem Freundeskreis ehemaliger Fremdenlegionäre.

2003 wurde Fey, ohnehin bereits hochdekoriert, in seinem Geburtsort zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt.

Im Herbst 2004 endete Feys Zeit auf dem Hunsrück. Seit 1991 Witwer, nahm er im Alter von fast 90 Jahren seinen Alterssitz bei seinem Sohn Roland in Schoeneck/Lothringen. Dort ist der in seinem Herzen Franzose gebliebene Hunsrücker viereinhalb Jahre später am 6. Februar 2009 friedlich eingeschlafen und wurde auch dort beerdigt. Sein Sohn Roland Fey verstarb 2017.

Quellen / Literatur

  • Werner Dupuis, An den Brennpunkten der Welt zu Hause, in: Rhein-Hunsrück-Zeitung vom 2./3. Oktober 2004.
  • Titres, homologations et services pour faits de résistance (Internet; Zugriff am 6. Oktober 2024).
  • Geneanet (Internet; Zugriff am 6. Oktober 2024).
  • Freundliche Mitteilungen des Enkels Patrice Fey aus Schoeneck.

Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 188 | Stand: 3/2025