Furck, Sebastian

Sebastian Furck
* um 1598 in Alterkülz
† 1655 in Frankfurt am Main
Vater: Peter Furck (luth. Pfarrer)
Mutter: N.N.

Biografie

Als Kupferstecher von deutschen und europäischen Burgen- und Städtebildern hätte Sebastian Furck im Dunstkreis seiner Verleger Kieser und Meisner nicht dieses Renommee erwerben können, dass ihm später als selbständiger Porträtstecher in der Frankfurt Kultur- und Kunstgeschichte zugesprochen wurde.

Sebastian Furck kam um 1598 in Alterkülz als Sohn des lutherischen Pfarrers Peter Furck zur Welt. Schon 1605 starb sein aus Kirchberg stammender Vater, der seit 1590 Pfarrer in Alterkülz gewesen war. 1616 oder 1617 kam Furck nach Frankfurt in die Lehre zu Eberhard Kieser. Kieser war ein Pfarrerssohn aus Kastellaun, wahrscheinlich haben sich die Familien gekannt. Kieser hatte das Goldschmiedehandwerk erlernt, war dann aber Kupferstecher und Verleger von Meisners „Politischem Schatzkästlein“ (Thesaurus philopoliticus), einer Sammlung von Kupferstichen mit Stadtansichten, geworden. Die Stadtansichten enthielten im Vordergrund Emblemszenen und Sinnsprüche in Versform. Sie wurden teilweise nach der Natur, teilweise nach bereits vorhandenen Sammlungen angefertigt. Nach Meisners Tod (1625) übernahm Kieser die alleinige Herausgeberschaft. Als auch Kieser 1631 starb, wurden die Druckplatten nach Nürnberg verkauft und dort neu zusammengestellt.

Furck war ein fleißiger Kupferstecher, Hunderte von Stichen hat er angefertigt. Vor allem verdanken wir ihm die Städtebilder seiner Hunsrückheimat („Vatterland“), an der er – wie sich aus der den Stichen vorausgehenden Beschreibung ergibt – schwärmerisch hing; so hat er z.B. eindrucksvolle Ansichten von Kastellaun, Kirchberg und Simmern gestochen. Den Stich von Kastellaun, auf dem er sich selbst und Kieser dargestellt hat, versah er mit der Überschrift: „Der Haas ist gern da er geheckt wardt.“ Und darunter steht: „Sieh lieber, sieh unsr Vatterlandt, Da Ich und Du seind wohl bekandt. Der Haas gar gern bleibt, da er vor Geheckt worden, hebts Haupt empor.“

U.a. arbeitete er mit dem später berühmt gewordenen Matthäus Merian, mit Georg Keller und Johann Eckhard Löffler zusammen.

Zu Beginn des Jahres 1628 verließ Furck den Kieserschen Verlag und machte sich als Porträtist selbständig. Die Stadt Frankfurt bat er gleichzeitig um die Gewährung des Beisassenrechts, das ihm vorerst aber verwehrt wurde. Ein zweites Gesuch im Oktober des gleichen Jahres, bei dem er Matthäus Merian als Bürgen angab und auf seine umfangreichen Verdienste verwies, war schließlich erfolgreich. Inzwischen hatte er bereits einen Frankfurter Bürgerssohn als Lehrling eingestellt.

Das erste von Furck angefertigte Porträt war das von Stanislaus Kieser, des Vaters seines Lehrmeisters. In den folgenden Jahren machte sich Furck als Porträtist („Contrafaiter“) einen großen Namen in Frankfurt. Die Identität seiner ersten Frau, die er 1627 heiratete, ist unbekannt. Am 10. Oktober 1642 heiratete er Maria Margaretha, Tochter des Frankfurter Sergeanten Hans Unger, mit der er vier Töchter hatte. Zwei Söhne stammen wohl aus der ersten Ehe: Johann Jakob und Heinrich, der als Maler an der Catharinenkirche Erwähnung fand und 1685 starb.

Bedeutende Porträts entstammen Furcks Werkstatt. 1642 gelang es ihm, das Frankfurter Bürgerrecht zu erwerben. Noch 13 Jahre konnte er in Frankfurt als freier Stadtbürger leben, bevor er 1655 starb; im Totenbuch findet man am 1. Juni 1655 die Eintragung: „Sebastian Furck, Bürger und Kupferstecher allhie ward in St. Bartholomei Kirch Creutzgang begraben.“

Quellen / Literatur

  • Henning Bock, Furck, Sebastian, in: Neue Deutsche Biographie, Band 5 (1961), S. 734.
  • Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland von der Reformation bis zur Gegenwart, zusammengestellt und bearbeitet von Jochen Gruch im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland und des Vereins für Rheinischem Kirchengeschichte, Band 2: E-J, Seite 160f.
  • Bernhard Müller, Sebastian Furck, Kupferstecher und Contrafaiter von Frankfurt a.M., in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Band 25 (1899), S. 187-252.
  • Bernhard Müller, Sebastian Furck, Kupferstecher und Contrafaiter von Frankfurt a.M., Göttingen 1898 (Diss.).
  • Gustav Schellack, Alterkülz, Chronik eines Hunsrückdorfes, Alterkülz 1983, S. 173f.
  • Wikipedia: Sebastian Furck.

Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 172 | Stand: 4/2020