Grings, Franz („Hermano Appolonio“)

Franz Grings
* 02.05.1908 in Wiebelsheim
† 23.11.1963 in Buenos Aires (Argentinien)
Vater: Jakob Grings (Landwirt)
Mutter: Margaretha, geb. Silbernagel

Biografie

Mit zwei Brüdern und vier Schwestern wuchs Franz Grings im Hunsrückort Wiebelsheim auf, bevor er sich im Alter von 18 Jahren dazu entschloss Ordensbruder und Missionar im Steyler Missionsorden zu werden. Am 26. Juli 1926 trat er ins Missionshaus St. Augustin bei Bonn ein und begann dort am 8. September 1927 das Brüdernoviziat. Damals erhielt er den Brudernamen Apollonius. Seine ersten Ordensjahre verbrachte er in St. Augustin, wo er am 8. September 1929 auch seine ersten und ein Jahr später seine zweiten zeitlichen Gelübde ablegen konnte. Zugeschrieben war er dem Missionshaus St. Wendel, als ihn am 30. Juni 1931 durch P. Wilhelm Gier, den Generaloberen der Steyler Missionare, aus Rom die Missionsbestimmung für Argentinien erreichte.

Seine Akte trägt den Vermerk: „Hausdiener, etwas Schneider, kann Lehrer werden“. Noch kurz vor seiner Ausreise legte er am 31. Juli 1931 in Steyl seine dritten zeitlichen Gelübde ab. Die feierliche Überreichung des Missionskreuzes fand für die 72 Steyler Neumissionare Ende Juli durch den Primas der Niederlande, Erzbischof J. H. Jansen von Utrecht, in Steyl statt. Am 28. September 1931 wurde Franz Grings zusammen mit dem Niederrheiner Bruder Engelbert Wild aus Elten bei Emmerich und dem Schlesier Paul Müssig aus Ziegenhals in Bremen nach Buenos Aires eingeschifft. Im Oktober 1931 traf die Gruppe in der Hauptstadt Argentiniens ein.

In Argentinien wurde Grings schnell heimisch. Sicher haben auch die politischen Verhältnisse in Deutschland dazu beigetragen, dass er einen Antrag auf Erteilung der argentinischen Staatsbürgerschaft stellte, die ihm im Januar 1938 in Buenos Aires gewährt wurde. Mit seinen Geschwistern stand er weiterhin brieflich in enger Verbindung. Lange Jahre diente Bruder „Apollonio“ in den Steyler Missionshäusern in Argentinien als sog. Hausdiener. Damit war er an erster Stelle für den Speisesaal der Kommunität, aber auch für die Hausreinigung und alle möglichen Reparaturarbeiten im Ordenshaus verantwortlich. Im Missionshaus in Rafael Calzada in der Provinz Buenos Aires legte er am 8. September 1935 seine Ewigen Gelübde als Mitglied der „Misioneros del Verbo Divino“, wie sich die Steyler Missionare dort nennen, ab.

Am 1. Juli 1951 gründete Grings in Cordoba in der ehemaligen Buchhandlung „Cervantes“ die große Missionsbuchhandlung „Librería Verbo Divino“, welche die bisherige kleine Versandstelle in der Vorstadtpfarrei Cristo Rey ablöste. Sie wurde am 8. September 1954 feierlich eingeweiht und (u.a. durch die Alleinvertretung des deutschen Verlages Pustet in Argentinien und gute Verbindungen zu anderen Verlagshäusern) ein großer Erfolg. Sie besteht bis heute.

Wenig später erkrankte Bruder „Apollonio“ Grings an Magenkrebs; während der Erkrankung stand ihm sein Trierer Mitdiözesan Arnold Alfter aus Betzdorf an der Sieg, sein langjähriger Beichtvater, helfend zur Seite. Am 23. November 1963 erlag „Hermano Apollonio“, gerade fünfundfünfzigjährig, seinem Leiden. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Missionarsfriedhof in Esperanza in der Provinz Santa Fe, wo die Seelsorge- und Schularbeit der 1889 nach Argentinien gekommenen deutschen Steyler Missionare unter den deutschsprachigen Siedlern ihren Anfang genommen hatte.

Quellen / Literatur

  • Generalatsarchiv S.V.D. Rom, Italien; Provinzarchiv S.V.D. Argentina Sur, Buenos Aires, Argentinien

Prof. Paul Steffen, Rom
Heft 151 | Stand: 1/2013