Heep, Jakob

Jakob Heep – Gemäldereproduktion: Kreisverwaltung Birkenfeld
* 06.07.1893 in Bacharach
† 14.08.1956 in Idar-Oberstein
Vater: Johann Heep (Schiffer)
Mutter: Johanna Pauline, geb. Mades

Biografie

Am 6. Juli 1893 wurde Jakob Heep in Bacharach als Arbeitersohn geboren, der nach der Volksschule eine kaufmännische Lehre absolvierte. Im Jahre 1910 wurde er zum Heeresdienst einberufen, um anschließend den ersten Weltkrieg mitzumachen. Ab Januar 1919 wirkte er bei der Vorbereitung der Demobilmachung beim stellvertretenden Generalkommando des VIII. Armeekorps in Koblenz mit. Ab 1920 war er beim Hauptversorgungsamt in Koblenz tätig, bis er am 22. April 1936 als Regierungsinspektor aus politischen Gründen entlassen wurde.

Wenige Wochen später folgte seine Verhaftung durch die Gestapo, der schließlich eine Verurteilung wegen angeblichen Vergehens gegen das sog. Heimtückegesetz zu acht Monate Gefängnis folgte. 1938 wurde er nochmals durch ein Urteil des Sondergerichts Koblenz zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt. Diese schwere Zeit rüttelte stark an seiner Gesundheit. Bis 1944 war er dann als selbständiger Landwirt in Dommershausen tätig, dann wurde er erneut zum Wehrdienst eingezogen, der 1945 mit seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft ein Ende fand.

Am 26. September des gleichen Jahres wurde Heep, der Mitglied der SPD war, zum kommissarischen Amtsbürgermeister in Kirchberg bestellt. In einem Lagebericht vom 16. Juli 1946 gibt er anschauliche Einblicke in die Aufgabenbereiche, mit denen die Verwaltungschefs damals zu kämpfen hatten:

„Die wirtschaftliche Lage kennzeichnet sich durch den bestehenden Lebensmittelmangel, der auch bei einem Großteil der Erzeuger besteht, was die Ausgabe von Brotrationen an dieselben bestätigt. Das Hamsterunwesen scheint sich zu einem Bettlerunwesen zu gestalten. Die vor allem durch Wildschweine verursachten Schäden nehmen von Tag zu Tag immer mehr zu, ohne dass den Landwirten ein wirksames Abwehrmittel gegeben ist und ohne dass die mehrfach angegebene Bewaffnung der Förster erfolgt. In der Landwirtschaft fehlen die notwendigen Verbrauchsmittel wie Bindegarn, Säcke usw. Fehlende Maschinenteile sind so gut wie gar nicht mehr zu bekommen. Auf der anderen Seite werden immer höhere Abgaben verlangt. Steigender Pessimismus und Interessenlosigkeit ist die Folge.“

Wenige Tage später hieß es u. a.:

„Die wirtschaftliche Lage kennzeichnet sich durch den kaum noch ertragbaren Mangel an Textilien aller Art und Schuhwaren. Es gibt einen großen Prozentsatz der Bevölkerung, die für den Winter keine hohen Schuhe besitzen. Es wird bei dem kommenden nassen und kalten Wetter so weit kommen, dass manche Kinder nicht zur Schule und manche Arbeiter nicht zu ihrer Arbeitsstätte gehen können. Die Unterlassung von Instandsetzungsarbeiten an den Gemeindestraßen in den letzten Jahren machen zukünftige größere Instandsetzungen erforderlich. Die in Auftrag gegebene Lieferung von Straßenbaumaterial kann durch die Lieferfirma vorerst nicht durchgeführt werden“.

Im September 1946 wurde Heep zum Landrat des Kreises Birkenfeld ernannt. Landrat Heep kämpfte in schwerer Zeit für die Interessen des Grenzkreises und der Stadt Birkenfeld. Er tat das Menschenmögliche, um Ernährung und Wohnraum zu sichern und Arbeitsplätze zu schaffen. Auf allen Gebieten seines landrätlichen Wirkens fand er große Aufgaben, die er mit Geschick und Können meisterte, wobei er sich bei allen Maßnahmen nur von dem Gedanken leiten ließ, sich für das Wohl der Bevölkerung und insbesondere der sozial Schwachen einzusetzen – soweit einige Zeilen aus einem Nachruf. Landrat im Birkenfelder Land war er bis zu seinem Tode im August 1956.

Nach der Wahl am 18. Mai 1947 wurde Heep Mitglied des 1. Rheinland-Pfälzischen Landtages, dem er bis zum Ablauf der Wahlperiode im Jahre 1951 angehörte. Zeitweise war er dort auch Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses.

Quellen / Literatur

  • Hans Dunger, Die Kirchberger Bürgermeister seit 1800, Kirchberg 2009 (Band 11 der Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Kirchberg), S. 254-259.

Dr. Hans Dunger, Kirchberg
Heft 154 | Stand: 12/2013