
† 14.05.1888 in Chicago
Vater: Jacob Jakobi (Straßenbaumeister)
Mutter: Cornelia, geb. Reinecke
Biografie
Arthur Jacobi wurde am 9. November 1825 in Simmern geboren. Er war das dritte Kind des Wegebaukondukteurs Jakob Jacobi. Er verbrachte die ersten Lebensjahre in der Kreisstadt, bis der Vater 1831/32 als Straßenbaumeister nach Bad Kreuznach versetzt wurde. Arthur Jacobi besuchte die Schule in Bad Kreuznach. Als der Vater Mitte der 1840er Jahre starb, zog die Familie nach Trier. Dort trat Arthur Jacobi in das preußische Heer ein. Er schlug die Offizierslaufbahn ein und wurde zum Leutnant befördert.
Als 1848 seine demokratische Gesinnung aufgedeckt wurde, musste er den Militärdienst verlassen und ins Exil in die USA gehen. Im April 1848 erreichte er New York und ließ sich anschließend im Bundesstaat Wisconsin nieder. Dort heiratete Jacobi am 9. Dezember 1850 Cecilia Felicie Wagner (1833-1921), die aus dem französischen Jura stammte und ebenfalls 1848 in die USA ausgewandert war. Das Ehepaar hatte acht Kinder und wohnte zunächst in Milwaukee, später in Green Bay am Michigansee.
In seiner neuen Heimat gab Jacobi 1858 das „Green Bay Volksblatt“, eine deutschsprachige Zeitung, heraus und arbeitete als Rechtsanwalt. Nach dem Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges im April 1861 schloss sich Jacobi wie viele andere „48er“ der Unionsarmee an, um für die Sklavenbefreiung zu kämpfen. Er warb in Green Bay junge Deutsche für den Waffendienst. Jacobi wurde im Herbst 1861 Adjutant im Offiziersstab des 9. Wisconsin Freiwilligen Regiment, das fast ausschließlich aus deutschen Einwanderern oder deren Söhnen bestand.
Das Regiment verließ im Januar 1862 Camp Sigel, Milwaukee, und wurde im Mittleren Westen, an der Grenze zur Konföderation, eingesetzt. Jacobi stieg zum Major und später zum Oberstleutnant auf. Am 30. September 1862 nahm er an der ersten Schlacht von Newtonia, Missouri, teil. In den folgenden Jahren war er in Arkansas stationiert. Am 30. April 1864 kämpfe Jacobi in der Schlacht von Jenkins Ferry. Am 9. April 1865 kapitulierte der Süden. Jacobi wurde zum Oberst befördert.
Nach der Ausmusterung seines Regiments am 30. Januar 1866 kehrte Jacobi nach Green Bay zurück. Er arbeitete nun als Ingenieur und entwarf die Linienführung der Chicago & Northwestern Eisenbahn, die den mittleren Westen der USA erschloss und die Staaten Illinois, Iowa, Nebraska, Wisconsin, Minnesota und Michigan verband. Seitdem war Jacobi als Zeichner für die Eisenbahngesellschaft tätig. 1871 zog er nach Chicago, wo er am 14. Mai 1888 an einer Lungenentzündung verstarb. Die bekannte „Chicago Tribune“ widmete dem tapferen Wisconsin-Soldaten einen ehrenden Nachruf. Seine sterblichen Überreste wurden auf dem Woodlawn-Cemetery in Green Bay beigesetzt, wo bis heute ein Grabstein an den „48er“ aus Simmern erinnert.
Quellen / Literatur
- Erik Zimmermann, Oberst Arthur Jacobi – ein Hunsrücker „48er“ im Amerikanischen Bürgerkrieg, in: Rhein-Hunsrück-Kalender 2018, S. 107-110.
- Death of a galliant Wisconsin soldier, in: Chicago Tribune vom 16.5.1888.
- Funeral of Arthur Jacobi, in: Green Bay Press vom 17.5.1888.
- Death of a Soldier, in: The Daily Northwestern Oskosh (Wisconsin) vom 16.5.1888.
- Edwin Bentley Quiner, The Military History of Wisconsin, Chicago 1866.
Dr. Erik Zimmermann, Hottenbach
Heft 168 | Stand: 2/2017
