
† 28.07.1996 in Horn
Vater: Jacob Klumb
Mutter: Anna Elisabetha, geb. Weber
Biografie
Fritz Klumb wurde am 7. Januar 1909 in Horn geboren. Er wuchs im elterlichen Bauernhaus auf, ging in Horn zur Volksschule und besuchte danach während zweier Wintersemester die landwirtschaftliche Fachschule in Simmern. Dort wurde sein Interesse an der Dichtkunst durch den Lehrer Heinrich Holderbaum geweckt, so dass er schon im Alter von 20 Jahren die ersten Versuche mit der Anfertigung eigener Gedichte machte, die er dem damaligen Horner Pfarrer und dem Superintendenten Ernst Gillmann zur Begutachtung vorlegte. Gillmann soll ihm geantwortet haben:
„Der Sinn deiner Gedichte ist gut, aber das Versmaß ganz miserabel.“
Da Fritz Klumb sich hierdurch nicht entmutigen ließ und wegen seines unbestreitbaren Talents weitere Aufmunterung erhielt, erklärte sich Gillmann schließlich bereit, ihm besonderen Unterricht zu erteilen und ihn in die Welt der Möglichkeiten der Versbildung einzuführen. Monatelang übte sich Klumb an verschiedenen Gedichtformen, bis schließlich 1931 das Gedicht „Saat“ entstanden war, das als erstes der eigenen kritischen Beurteilung standhielt. Man kann dieses Gedicht als den Beginn seines künstlerischen Schaffens bezeichnen.
Seit 1935 mit Hilde Hetzel verheiratet, übernahm Fritz Klumb den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb in Horn. 1936 wurde der Sohn Friedrich Karl, 1938 die Tochter Erika geboren. Die Arbeit in der Landwirtschaft sowie die Kriegszeit und Gefangenschaft unterbrachen seine künstlerische Tätigkeit. Danach reichte er erstmals ein Gedicht mit dem Titel „Spätherbst“ zur Veröffentlichung ein; es wurde von Hajo Knebel angenommen und erschien im Jahresbericht des Simmerner Verkehrsvereins. In den folgenden Jahren veröffentlichte Klumb zahlreiche weitere Gedichte, vor allem im Sonntagsblatt „Glaube und Heimat“ und im „Rhein-Hunsrück-Kalender“. Im Jahre 1980 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Autorengruppe Hunsrück im Verband Deutscher Schriftsteller Rheinland-Pfalz und wurde bald in deren Redaktionsteam gewählt. 1984 erschien sein erster eigener Gedichtband unter dem Titel „Saat und Ernte“.
In den ersten Jahren schrieb Fritz Klumb überwiegend besinnlich-ernste Gedichte, die der Schrankenlosigkeit eines nach seiner Ansicht falsch verstandenen Freiheitsbegriffs die Selbstverwirklichung durch kritische Selbstprüfung und Beschränkung auf das Wesentliche entgegensetzte. Leitschnur blieb für ihn dabei stets der christliche Glaube, der in seinem Leben eine zentrale Rolle spielte. Später wurden die Gedichte zunehmend von einem hintergründigen Humor bestimmt, der die kleinen Verfehlungen und Eitelkeiten der Menschen in einem von Milde bestimmten Licht erscheinen ließ.
Neben den Gedichten verfasste Fritz Klumb auch mehrere Lieder und schrieb Theaterstücke für die Laienbühne. Besonders zu erwähnen sind seine beiden Hunsrücklieder. Größere Verbreitung fand sein zweites Hunsrücklied („Wenn die Hunsrückwälder singen“), das von Heinrich Poos für den Männerchor vertont wurde.
Seiner Gemeinde Horn diente Fritz Klumb in mehreren Ehrenämtern; von 1956 bis 1960 war er Mitglied des Gemeinderats, 27 Jahre (von 1951 bis zum Übergang des Amtes auf die Verbandsgemeinde 1978) Schiedsmann und viele Jahre Presbyter. Hierfür wurde er 1986 mit einem Ehrenteller der Gemeinde geehrt. Fritz Klumb starb am 28. Juli 1996 im Alter von 87 Jahren.
Quellen / Literatur
- Achim R. Baumgarten, Horner Chronik, Horn 1997, v.a. S. 412, 425, 618-621.
- Willy Born, Fritz Klumb 75 Jahre, in: Der kleine hinkende Hunsrücker Bote von 1839, 106. Band, Mörsdorf 1984, S. 42f.
- Hermann Brucker, Dies Land, das wir in unsrer Seele tragen, in: Hunsrücker Heimatblätter 61 (1984), S. 2-12.
Dr. Achim R. Baumgarten, Simmern
Heft 155 | Stand: 2/2014
